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Varroamilbe

Seit Ende der 70er-Jahre des vorigen Jahrhunderts wird unsere westliche Honigbiene durch einen aus Asien eingeschleppten Parasiten - die Varroa-Milbe - stark beeinträchtigt. Die Milbe wurde zu Forschungszwecken an ein Bieneninstitut in Deutschland gebracht. Sie entkam aus den Labors und verbreitete sich innerhalb weniger Jahre über ganz Europa. Es ist leider nicht möglich diese Milbe wieder los zu werden. Wir bezahlen in diesem Fall also mal wieder den Preis dafür, daß wir Tiere und Pflanzen über alle Kontinente schleppen und dadurch oft mehr Schaden als Nutzen anrichten. Dafür gibt es viele weitere Bespiele.

Da unsere einheimische Honigbiene im Gegensatz zur asiatischen Honigbiene in dem kurzen Zeitraum noch keine natürlichen Abwehrmechanismen gegen die Milbe entwickeln konnte, werden die Völker stark geschädigt und sterben schließlich ab. Deshalb gibt es in Europa inzwischen auch kaum noch wilde Honigbienenvölker. Ohne das Eingreifen und die Fürsorge des Imkers würde die westliche Honigbiene innerhalb weniger Jahre nahezu verschwinden. Die Folgen wären katastrophal, denn die Erzeugung einer Vielzahl unserer pflanzlichen Nahrungmittel hängt von der Bestäubung durch die Bienen ab. In China gibt es bereits Regionen wo die Honigbienen ausgestorben sind und wo Menschen versuchen die Obstbäume mit Hilfe von Pinseln zu bestäuben.
 

Die Varroamilbe sticht die Bienen mit ihren Mundwerk-zeugen an und saugt das Blut. Sie vermehrt sich in der Bienenbrut, saugt also schon an den Larven und Puppen und schwächt sie dadurch schon bevor sie richtig entwickelt sind. Dadurch schlüpfen Bienen mit deutlich kürzerer Lebensdauer. Außerdem überträgt die Milbe eine Reihe von Viren, die fatale Folgen für den ganzen Bienenstaat haben können. Ein Beispiel dafür ist das Flügeldeformations-Virus, das Bienen mit verkrüppelten Flügeln hervorbringt, sie können natürlich nicht fliegen und das ganze Bienenvolk ist zum Tode verurteilt. In manchen Wintern verlieren wir in Deutschland 20-25% aller Bienenvölker durch die Milbe. Tendenziell wird das eher schlimmer als besser und leider in der Öffentlichkeit kaum beachtet.

Es gibt verschiedene Methoden gegen die Varroa-Milbe vorzugehen. Neben einigen biotechnischen Maßnahmen, wie etwas das Drohenbrutschneiden oder die vollständige Brutentnahme, gibt es auch natürliche und synthetische Substanzen, die allerdings immer erst nach der Honigernte eingesetzt werden können. Faktoren, wie das Wetter und die Temperatur haben einen großen Einfluß auf die Wirksamkeit einiger dieser Mittel, daher ist der Kampf gegen die Varroa nicht immer einfach. Jeder Imker ist selbstverständlich bestrebt die Milbendichte in seinen Bienenvölkern so gering wie möglich, also unterhalb der sogenannten Schadschwelle, zu halten und gleichzeitig seine Bienen nicht zu schädigen.
 

Das sind zur Zeit die einzigen Möglichkeiten damit umzugehen, denn eine Ausrottung der Varroa-Milbe in Europa ist leider nicht möglich. Darüber hinaus gibt es natürlich Zuchtversuche um die Varroaresistenz bzw. Varroatoleranz der Bienenvölker zu erhöhen. Die Erfolge sind bisher eher bescheiden, den die genetische Manifestation solcher Eigenschaften ist kompliziert. Es ist leider nicht so einfach möglich Gleichgewichtsprozesse, die in der Evolution sehr lange Zeiträume zur Entstehung brauchen, innerhalb weniger Jahre durch züchterische Auswahl zu ersetzen.

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